Führungskreis öffentlicher Dienst

26. April 2012

Quantität und Qualität öffentlicher Dienste

Bericht von der 6. Sitzung des Führungskreises öffentlicher Dienst am 26. April 2012 in Berlin

Wir sind mittendrin im demografischen Wandel. Die Zahl der Bevölkerung in Deutschland sinkt und zugleich steigt die Lebenserwartung der Menschen. Der Wandel bringt vielfältige Veränderungen mit sich. Dies gilt etwa für die persönlichen Zeiten der Bildung, im Beruf und im Ruhestand. Dies gilt aber auch für unsere Gesellschaft und das Gemeinwohl. Ein handlungs- und leistungsfähiger öffentlicher Dienst ist eine entscheidende Grundlage für ein stabiles Gemeinwesen und unsere Lebensqualität. Dienstleistungen und Produkte der öffentlichen Hand werden sich gleichfalls vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung verändern. Es stellt sich die Frage, welche Dienstleistungen mit welchem Umfang und welchem Leistungsspektrum erforderlich sind und wünschenswert wären? Mit den Fragen der Quantität und Qualität öffentlicher Dienste heute und in Zukunft befasste sich der Führungskreis am 26. April 2012.

Werner Ganz ver.di Werner Ganz  – Rechts im Bild

Zwei hochkompetente Referenten informierten die Mitglieder des Führungskreises über Entwicklungslinien im Dienstleistungssektor. Walter Ganz, Institutsdirektor des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation stellte Trends bei Dienstleistungen vor, zeigte die erforderlichen Voraussetzungen für eine innovative Dienstleistungspolitik auf und informierte über praktische Herausforderungen bei der Dienstleistungsentwicklung. Einige Beispiele für neue Dienstleistungen, welche das Fraunhofer-Institut mit Partnern der Industrie und des öffentlichen Dienstes entwickelt, wurden von Herrn Ganz vorgestellt. Darunter die Initiative „Morgenstadt“, bei der es um das künftige Arbeiten und Leben in den Städten geht.

Prof. Dr. Carsten Dreher ver.di Prof. Dr. Carsten Dreher  – Bildmitte

Prof. Dr. Carsten Dreher gehört national und international zu den renommiertesten Wissenschaftlern in Sachen Innovationsmanagement und lehrt an der Freien Universität Berlin. Prof. Dreher stellte die Bedingungen für Innovationen vor. Innovation soll danach keine „Worthülse“ werden. Für ein innovatives Umfeld bedarf es, so Prof. Dreher, Entscheidungen in Sachen Ressourcen (Mitarbeiter, Ausstattung, Wissen) und Finanzen zu treffen. Ein ganzheitliches Innovationsmanagement sei erforderlich, um erfolgreich Dienstleistungen und Produkte entwickeln zu können. Wichtigste Voraussetzung für innovatives Handeln bleibt die Einsicht in die Möglichkeiten und Erfordernisse einer fortschrittlichen Dienstleistungspolitik.

Dr. Wolfgang Uellenberg van Dawn ver.di Dr. Wolfgang Uellenberg van Dawn  – Bildmitte

Dr. Wolfgang Uellenberg van Dawn, Bereichsleiter Politik und Planung, ver.di - Bundesverwaltung moderierte die Diskussion nach den Referaten und berichtete über das Engagement von ver.di für eine Dienstleistungspolitik zur Zukunftssicherung von Arbeitsplätzen.

Ein weiteres Thema des Führungskreises war deren künftige Ausrichtung. Alle anwesenden Führungskräfte waren sich darüber einig, dass der Führungskreis ein wertvoller Dialog der Führungskräfte untereinander und mit ver.di ist. Die bisher debattierten Themen zum Personal- und Organisationsmanagement vermittelten viele Kenntnisse sowie praktische Hinweise. Darüber hinaus können Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden. Aus den genannten Gründen sprachen sich die Führungskräfte für die Beibehaltung des Führungskreises aus. Um die Attraktivität des Führungskreises zu erhalten und auszubauen, wird eine Führungskraft künftig mit dem Büro des Führungskreises zusammenarbeiten.

Das nächste Treffen des Führungskreises wird im Oktober 2012 stattfinden. Dann werden Fragen der Nutzung von neuen Informationstechnologien für Bürgerinnen und Bürger und der öffentlichen Verwaltung und die Thematik Dienstleistungsqualität im Mittelpunkt der Beratungen stehen.

Klaus Weber, Bereichsleiter