Führungskreis öffentlicher Dienst

5. April 2011

Geradlinig, glaubwürdig und sachkundig sollten Führungskräfte sein!

Kurzbericht zum 4. Treffen des Führungskreises für den öffentlichen Dienst - Berlin, 5. April 2011
Führungskreis 04-2011 ver.di Führungskreis 04-2011

Charaktereigenschaften, auf die es nach Meinung der Referentin und der Referenten beim 4. Treffen des Führungskreises am 5. April 2011 entscheidend für Frauen und Männer in Führungsfunktionen ankommt. Dr. Barbara Schaerer, Direktorin des Eidgenössischen Personalamts der Schweizer Bundesverwaltung, Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid, Hertie School of Governance, Berlin und Harald Härke, Fachbereichsleiter Steuerung, Personal und Zentrale Dienste der Landeshauptstadt Hannover machten den teilnehmenden Führungskräften mit ihren Vorträgen Mut zum Handeln. Um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zu erhalten und weiter auszubauen, käme es wesentlich auf die Führungskräfte an.

Prof. Dr. Hammerschmid stellte die Ergebnisse einer Führungskräftebefragung in der deutschen Ministerialverwaltung vor. Ein Gemeinschaftsprojekt der Hertie School of Governance und der Universitäten Potsdam und Leipzig. Wesentliches Fazit der Befragung in Bundes- und Landesministerien:

Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid ver.di Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid

Führung und Personal werde als oberste Priorität der Verwaltungsmodernisierung erkannt. In Folge dessen seien größere Investitionen in die Führungskräfte- und Personalentwicklung erforderlich. Doch genau an dieser Stelle, so Herr Hammerschmid, wird bei Haushaltskürzungen oft zuerst gespart. Auch der systematischen Förderung von Nachwuchs-Führungskräften, kommt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung nach Einschätzung der Führungskräfte eine erhebliche Bedeutung zu. Eine weitere zentrale Erkenntnis der Führungskräftebefragung: Die Frage des adäquaten Rollenverständnisses als Führungskraft an der Schnittstelle von Politik und Verwaltung ist weiterhin von hoher Aktualität. In diesem Zusammenhang ist eine Wortmeldung aus dem Führungskreis besonders bemerkenswert, wonach Regierungsprogramme auch die Belange der Führungskräfte berücksichtigen sollten, die letztlich für die Umsetzung der Programme verantwortlich seien.

Harald Härke berichtete, dass dies in der Landeshauptstadt Hannover erfolge und eine wesentliche Voraussetzung für zielgerichtete Führung in der Verwaltung sei. In Vielem, was die Führungskräfte in den Ministerien zu Anforderungen an eine gute Führung geäußert haben, findet sich Herr Härke wieder und schätzt die Lage in anderen Kommunalverwaltungen ähnlich ein. Herr Härke informierte im Führungskreis über die Anstrengungen der Stadtverwaltung in der Nachwuchsarbeit und im Bestreben die Anzahl von Frauen in Führungspositionen auszuweiten.

Auf ein reges Interesse stießen bei den Führungskräften die Maßnahmen der Schweizer Bundesverwaltung zur zielorientierten Verwaltungsführung. Ausgehend von einem veränderten Staatsverhältnis, informierte Dr. Barbara Schaerer, Personalchefin der Schweizer Bundesverwaltung, über zielorientierte Verwaltungsführung auf Ebene einer Verwaltungseinheit und in der Personalführung. In der Bundesverwaltung wurde ein duales Steuerungssystem eingerichtet, welches entweder einen ressourcenorientierten Ansatz oder einen Ansatz zur Führung mit Leistungsauftrag und Globalbudget beinhaltet. Bei Letzterem wird das Ziel einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung verfolgt. Staatliches Handeln soll dabei verstärkt an messbaren Leistungen und Wirkungen orientiert werden. Der Einsatz von Finanzmitteln und die Ergebnisse werden in Relation zueinander gestellt und im Rahmen eines umfangreichen Controllings überprüft.

Zur neuen Verwaltungsführung in der Schweiz gehört eine Personalpolitik, die ein modernes Personalmanagement, zu dem u. a. die Einführung von Zielvereinbarungen gehöre, berichtete Frau Schaerer. Gerade zu letzterem Sachverhalt entsprang eine lebhafte und inhaltsreiche Debatte über die Chancen und Risiken leistungs- und verhaltensorientierter Personalführungsinstrumente.

Klaus Weber ver.di Klaus Weber  – Bereichsleiter

Klaus Weber, Bereichsleiter im ver.di - Bundesfachbereich Bund und Länder regte an, die verschiedenen Aspekte von aktiver Führung in der Verwaltung und im Betrieb beim nächsten Treffen weiter zu vertiefen. Dabei könnte es um strategische Führung gehen. Der Vorschlag fand die Zustimmung des Führungskreises.

Das nächste Treffen des Führungskreises wird im Herbst 2011 stattfinden. Der genaue Termin wird den Mitgliedern des Führungskreises frühzeitig mitgeteilt. Wie immer werden die Unterlagen aus dem Treffen vom 5. April 2011 dem Führungskreis zugeleitet.